Heike Thimm, Marina Nowitzki und Silja Hüffmeier arbeiten in der Tischlerei Holzmanufaktur in Berlin Lichtenberg.
Wer die Werkstatt betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um Holz. Es geht um gemeinsames Arbeiten, um Erfahrung, um Vertrauen – und um die Freude daran, Dinge mit den eigenen Händen entstehen zu lassen. Seit vielen Jahren prägen die Tischlerinnen Heike Thimm, Marina Nowitzki und Silja Hüffmeier diesen Ort.
Tischlerei als Kollektivbetrieb
Heike Thimm und Marina Nowitzki sind seit über 30 Jahren im Berliner Tischlerhandwerk zu Hause. Gemeinsam mit Lukas Hartwig führen sie die Holzmanufaktur als Kollektivbetrieb. Entscheidungen werden geteilt, Verantwortung auch – genauso wie der Arbeitsalltag in der Werkstatt. Seit 2009 ist Silja Hüffmeier Teil der Gemeinschaft. Tischlermeisterin ist sie bereits seit 1999 und ihre Erfahrung fließt heute genauso in die Zusammenarbeit im Team ein wie die aller anderen auch.
Auf rund 380 Quadratmetern wird hier gesägt, gefräst, gepresst und diskutiert. Es entstehen maßgefertigte Möbel, Innenausbauten, Läden und Ausstellungen, Türen und Fenster. Von der ersten Idee bis zum letzten Schliff bleiben die Arbeiten in der Werkstatt. Das ermöglicht nicht nur Kontrolle über Qualität, sondern auch ein Arbeiten, bei dem Material, Form und Funktion zusammengedacht werden – mit viel Erfahrung, Neugier und einem sicheren Gespür für Holz.
Miteinander arbeiten
Was die Holzmanufaktur besonders prägt, ist das Miteinander. Projekte werden gemeinsam geplant und umgesetzt, je nach Größe, Zeit und individueller Stärke. Wissen wird weitergegeben, unterschiedliche Techniken und Arbeitsweisen treffen aufeinander. Statt Hierarchie gibt es Austausch, statt Konkurrenz gegenseitige Unterstützung. Unterschiede werden nicht glattgebügelt, sondern als Stärke verstanden.



Austausch belebt
Dieser Geist endet nicht an der Werkstatttür. Der Austausch mit anderen Handwerker*innen ist für alle drei selbstverständlich:
„Im Netzwerk der Berliner Handwerker*innen schätzen wir besonders den fachlichen Dialog auf Augenhöhe, das Teilen von Erfahrungen und die gegenseitige Stärkung – gerade in einem Berufsfeld, das lange männlich geprägt war.“
Ihre gemeinsame Haltung zu Austausch, Vernetzung und solidarischem Handwerk zeigt sich auch über die eigene Werkstatt hinaus. Räume für Begegnung, kollektives Lernen und politische Diskussion sind allen dreien wichtig. Ein Beispiel dafür sind die bundesweiten Tischler*innentreffen, wo Silja seit über 30 Jahren aktiv ist und sie bereits viermal mitorganisiert hat, zuletzt 2025. Für die Tischlerinnen sind solche Zusammenkünfte mehr als fachlicher Austausch. Sie bieten Inspiration, Motivation und die Möglichkeit, gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein vielfältiges und solidarisches Handwerk heute und in Zukunft für uns alle aussehen kann.